„Und nun befehle ich euch Gott und

dem Wort seiner Gnade an.“ (Apg 20,32a)

Ich kann mich erinnern, wie meine Oma früher gerne in der Küche gesungen hat. Ganz viele alte Schlager waren dabei. Und ein Lied, das mir da besonders in Erinnerung ist, das ist „In Hamburg sagt man `Tschüss“. Die Tage jetzt musste ich oft daran denken. Vielleicht, weil wir hier in der Region auch ´Tschüss sagen mussten. Im September haben wir Frau Luber als Pastorin verabschiedet, aber auch so sagen wir im Leben ja ganz oft ´Tschüss. Wenn wir morgens aus dem Haus gehen, sagen wir das. Wenn wir beim Bäcker sind. Wenn wir jemanden zum Bahnhof bringen. Oder neulich habe ich das auch jemanden bei einer Beerdigung am Grab sagen hören: ´Tschüss!

„´Tschüss“, das ist einfach unsere norddeutsche Art „Auf Wiedersehen“ zu sagen.

Wobei – und das finde ich persönlich sehr sympathisch: Wenn wir ´Tschüss sagen, dann steckt da aber noch viel mehr drin als nur ein „Auf Wiedersehen“.  Wenn wir ´Tschüss sagen, heißt das auch: “Sei bis dahin… bis zu diesem Wiedersehen… der ganzen Liebe unseres Gottes anbefohlen.“ Denn eigentlich ist ´Tschüss eine ganz kurze und knappe Segensformel - auch wenn man das so auf den ersten Blick vielleicht gar nicht mehr erkennt. Aber ´Tschüss heißt eigentlich übersetzt „Sei Gott befohlen“ oder „sei Gott anbefohlen.“  Denn unser ´Tschüss kommt - auch wenn man das nicht unbedingt mehr hört aus dem Französischen, kommt von Adieu: „Sei bei Gott“ oder „Sei mit Gott“. Und aus Adieu wurde sprachlich erst im niederländischen Raum adjüs. Daraus dann, je weiter es zu uns wanderte, atüss und daraus entwickelte sich dann schließlich unser ´Tschüss. „Sei bei Gott! Sei mit Gott! Sei Gott anbefohlen!“

Ich finde, das ist eine schöne Art, sich zu verabschieden und „Auf Wiedersehen“ zu sagen! In diesem Sinne setze ich unter meine Gedanken hier ein herzliches ´Tschüss! Seien Sie Gott anbefohlen!

Ihre Esther Ockuhn

E.Ockuhn
Pastorin Esther Ockuhn
Tel.: 04767 217